Eine Demonstration der Stärke

SG H2Ku fegt den TSV Heiningen nach einer beeindruckenden Leistung mit 29:17 förmlich vom Parkett

Die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg zeigten sich am Samstagabend gut erholt von ihrer ersten Saisonniederlage vom letzten Wochenende. Mehr noch, beim starken 29:17 (12:9) gegen den TSV Heiningen zeigte die Mannschaft von Trainer Fabian Gerstlauer ihre mit Abstand beste Saisonleistung. Im Fokus stand dabei vor allem die alles überragende Abwehrarbeit mit Torwart Georg Mohr, an dem die Gäste schier verzweifelten.

Es war im Vorfeld kaum zu erwarten gewesen, dass die SG H2Ku derart dominant gegen den Vorjahresaufsteiger auftreten würden. Deshalb war es auch nur zu verständlich, dass Fabian Gerstlauer noch weit nach Spielschluss mit einem Dauergrinsen in der Markweghalle unterwegs war. Sein Trainerpendant auf der anderen Seite, Mike Wolz, mag hingegen nicht so recht geglaubt zu haben, was er in den sechzig Spielminuten zuvor miterleben musste. „Uns hat heute die letzte Entschlossenheit und der Wille zum Sieg gefehlt“, so ein konsternierter Coach.

Es waren hingegen genau diese Attribute, die von den Gastgebern vom Anpfiff weg auf das Parkett gebracht wurden. Was Trainer Gerstlauer besonders freute: „Heute haben wir unser Leistungsvermögen über sechzig Minuten abrufen können“. Und wenn es innerhalb der Mannschaft keinen Ausreißer nach unten gab, spielten sich doch einige Akteure in den Vordergrund. Allen voran Georg Mohr, der mit weit mehr als ein Dutzend Paraden das Fundament für ein Handballfest vor den etwa 220 Zuschauern legte. Glänzen konnte der Youngster im Tor allerdings nur, weil vor ihm ein Abwehrverbund agierte, der über sechzig Minuten förmlich Beton anrührte. „Wir haben heute jede Aufgabe, vor die uns der Gegner gestellt hat, lösen können“, freute sich Fabian Gerstlauer.

Und der Angriff? Erstmals in dieser Saison musste sich die Offensive der Gastgeber mit einer weit vorgezogenen 3:2:1- Deckung auseinandersetzen. Fast schien es so, als ob gerade Valentin Mosdzien nur darauf gewartet hätte, einmal gegen solch eine Abwehr spielen zu dürfen. Mosdzien durchlief einige Jahre die Balinger Handballschule, die ihren Spielern diese taktische Variante praktisch einimpft. Stark im Eins gegen Eins mit einem guten Auge für den Mitspieler und selbst torgefährlich – das waren beim 20- jährigen die Zutaten für eine bärenstarke Leistung auf der Spielmacherposition. Profitieren konnten davon alle anderen. Vornehmlich Janne Böhm und Urs Bonhage auf den Halbpositionen stießen immer wieder in die Schnittstellen der Abwehr und verwandelten zum Tor oder holten einen Strafwurf heraus. Auch die Außen wurden oftmals mit Übergängen nach innen ins Spiel eingebunden.

Starke Vorstellung als Spielmacher – Valentin Mosdzien / Foto: P. Gebhardt

Trotzdem war für den TSV Heiningen bis zum Pausenpfiff noch alles offen – zumindest vom Ergebnis. Die Gäste hatten sich vom schnellen 6:2 und später vom 8:4 für die SG H2Ku recht gut erholt und hatten beim 8:7 sogar die Chance zum Ausgleich. Ein Kontertor von Alexander Zürn machte dieses Fünkchen Hoffnung aber schnell zunichte. Gefühlt war beim 12:9 zum Pausenpfiff sogar schon mehr drin gewesen für H2Ku.

Wer zum Beginn der zweiten Hälfte am Erfolg der Hausherren noch Zweifel gehegt haben sollte, konnte sich spätestens sechs Minuten später entspannt zurücklehnen und genießen. Vier Tore in Folge sorgten für ein beruhigendes 16:9. Bis zum Ende sollten dem TSV Heiningen nur noch acht Treffer gelingen. Was auch immer die Gäste versuchten, die SG antworteten prompt. Und wenn doch einmal ein Ball den Weg durch die Abwehr fand, war dahinter mit Georg Mohr ein Torwart, der sich nur noch selten überwinden ließ. Das war für Trainer Fabian Gerstlauer umso erfreulicher, da beide Torhüter in der Vorwoche noch mit einer weitaus schwächeren Quote aufwarteten. Da passte es auch genau ins Bild, dass Mika Gmelich bei seinen Kurzauftritten im Gehäuse gleich noch zwei Strafwürfe von Heiningens Spielmacher Simon Dürner entschärfte.

Das 29:17 am Ende war am Ende sogar in dieser Höhe verdient. „Überbewerten wollen wir den heutigen Auftritt aber nicht. Wichtig ist, dass wir eine ähnliche Leistung auch nächste Woche in Weilstetten anbieten“, tritt Fabian Gerstlauer schon jetzt auf die Euphoriebremse.

SG H2Ku Herrenberg: Mohr, Gmelich; Lange (2), J.Böhm (4), Bröhl (1), Roscic (2), F.Böhm (1), Bonhage (5), Marquardt (3), Todt, Zürn (4), Mosdzien (7/ davon 3 Siebenmeter), Stöffler

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