Acht torlose Minuten sind am Ende zu viel

SG H2Ku kassiert mit dem 28:32 beim Spitzenreiter TV Bittenfeld II die erste Saisonniederlage

Am vierten Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg hat es die Männer der SG H2Ku Herrenberg erstmals erwischt. Mit 28:32 (14:16) unterlag das Gäu-Team beim Tabellenführer TV Bittenfeld II und rutscht mit nun 4:4 Punkten ins Mittelfeld der Tabelle ab.

„Das Spiel lief genau so, wie ich es im Vorfeld erwartet habe“. Mit dieser Aussage nach Spielschluss bezog sich Herrenbergs Coach Fabian Gerstlauer natürlich nicht auf das Endergebnis, wohl aber auf die Spielweise des Gegners. Eine Einschränkung schob er aber gleich nach: „Fabian Lucas war heute der Spieler, der den Unterschied beider Mannschaften ausmachte. Ihn bekamen wir nie in den Griff“. Der Bittenfelder Youngster war in der Tat in der zweiten Halbzeit dafür verantwortlich, dass vornehmlich die rechte Angriffsseite mit Maurice Widmaier und Michael Seiz groß aufspielen konnte.

War gestern sechs Mal erfolgreich – Janne Böhm / Foto: P. Gebhardt (Archiv)

Vor dem Anpfiff gab es für die SG H2Ku aber erst einmal eine gute Nachricht. Urs Bonhage konnte von Beginn an mitwirke’n. Die herausragende Rolle wie in der Vorwoche konnte er zwar nicht einnehmen, mit vier Treffern war er trotzdem eine wichtige Stütze der Mannschaft. Insgesamt war Fabian Gerstlauer aber schon mit den ersten Minuten nicht ganz einverstanden. Nach noch nicht einmal sieben gespielten Minuten bat er beim Stand von 4:2 für die Gastgeber seine Spieler zur ersten Auszeit: „Ich habe das schlechte Verhalten beim Bittenfelder Gegenstoß ansprechen müssen. Das wollte ich früh unterbinden“. Was auch gelang. Die Herrenberger blieben am Gegner dran und konnten durch drei Tore in Folge beim eigenen 11:10 nach 18 Minuten erstmals in Führung gehen. Dass diese nicht lange Bestand hatte, lag vor allem an Alexander Heib. Der frühere Bundesligaakteur traf als Spielmacher sechsmal in Halbzeit eins ins Schwarze. „Allerdings haben wir bei Heib auch einige Fehler provoziert“, sah Fabian Gerstlauer später nicht in ihm den Hauptgrund für das 16:14 des TVB II zur Pause. „Vorne etwas cleverer und hinten eine etwas höhere Quote der Torhüter, dann wären wir zur Halbzeit nicht im Hintertreffen gewesen“, so der Trainer später. Mit am Ende nur sechs Paraden von Mika Gmelich und Georg Mohr war er nicht wirklich glücklich.

Das Hauptproblem im zweiten Durchgang trug aber einen anderen Namen: Fabian Lucas. Eigentlich in der A-Jugend des TV Bittenfeld Stuttgart beheimatet, kam Lucas im zweiten Durchgang für Alexander Heib auf die Spielmacherposition und brachte damit einiges im Deckungsverbund der SG H2Ku Herrenberg durcheinander. „Ihn hatten wir überhaupt nicht auf der Rechnung“, so Fabian Gerstlauer. Das war insofern wenig verwunderlich, streifte sich Fabian Lucas doch zum ersten Mal das Trikot der Bittenfelder Oberligamänner über. Auch wenn Lucas nur einmal selbst erfolgreich war, brachte er seine Mitspieler immer wieder gekonnt in Stellung. „Keiner aus unserer Mannschaft fand ein Mittel gegen Ihn“, musste auch Gerstlauer eingestehen. 

Dass eine Viertelstunde vor dem Ende beim 24:23 für den TV Bittenfeld II noch alles offen war, lag auch an den Herrenbergern selbst, die mit einer, so Fabian Gerstlauer, „soliden Leistung“ auf Tuchfühlung blieben. Janne Böhm blieb in dieser Phase wie auch Max Bröhl in der ersten Halbzeit im Rückraum stets gefährlich und Valentin Mosdzien gelang es, alle anstehenden Strafwürfe zu verwandeln. 

Dann wurde bei der SG für volle acht Minuten der Stecker gezogen. Kein Tor gelang, Bittenfeld erzielte hingegen sechs eigene Treffer zum vorentscheidenden 30:23 sieben Minuten vor Schluss. „Es war ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren“, so Coach Gerstlauer. „Eigene technische Fehler, Pech im Abschluss und auch einige Schiedsrichterentscheidungen, bei denen wir nicht das Glück auf unserer Seite hatten. Zudem machte sich auch der breitere Kader des Gegners bemerkbar“.

Am Ende zog sich die SG H2Ku Herrenberg mit ihrem erneut dezimierten Kader mit dem 32:28 noch achtbar aus der Affäre. „Die Moral im Team hat gestimmt“, so ein am Ende noch versöhnlich gestimmter Herrenberger Trainer. Freuen konnte sich Fabian Gerstlauer auch über das Comeback vom Rückraumrechten Joshua Stöffler, der in der Schlussphase für Urs Bonhage ins Spiel kam und gleich zwei Mal erfolgreich war.

Mit einem ausgeglichenen Punktekonto geht es nun am kommenden Samstag ins Heimspiel gegen den TSV Heiningen.

SG H2Ku Herrenberg: Gmelich, Mohr; Lange (3), J.Böhm (6), Bröhl (3), Roscic (2), F.Böhm (1), Bonhage (4), Marquardt (1), Mosdzien (6/davon sechs Siebenmeter), Stöffler (2)