Das nächste Spitzenteam wartet schon

SG H2Ku tritt in der Oberliga am Samstag beim neuen Tabellenführer TV Bittenfeld 2 an

Das Auftaktprogramm in der Oberliga Baden-Württemberg hat es für die Männer der SG H2Ku Herrenberg wahrlich in sich. Nach dem Remis beim bisherigen Spitzenreiter HSG Konstanz II in der Vorwoche trifft der Gäu-Club am Samstag ab 19:30 Uhr In der Bittenfelder Gemeindehalle nun auf den jetzigen Tabellenführer TV Bittenfeld II.

Klar, die Tabelle sollte nach drei Spieltagen nicht als Maßstab für eine ganze Saison dienen. Als Tendenz und Barometer taugt sie aber allemal. Und so ist es wenig überraschend, dass sich die drei Teams aus Weinsberg, Köndringen/Teningen und der  Konstanzer Zweiten ganz weit oben eingereiht haben. Über diesem illustren Kreis thront derzeit nur der TV Bittenfeld II. Auch wenn die Qualität im Kader wie stets in Bittenfeld hoch ist, könnte in diesem Jahr vor allem die Mischung passen.

Kein Geheimnis ist das Bestreben beim TVB Stuttgart, als Unterbau für die Bundesligamannschaft ein Team in der dritten Liga zu etablieren. Zu diesem Zweck integrierte man vor einigen Jahren gestandene Größen wie Daniel Sdunek, Martin Kienzle oder Alexander Heib in das damalige Württemberg-Team. Der Aufstieg in die Oberliga gelang, dort spielt die Mannschaft nun drei Jahre im Mittelfeld. Wie ernst es den Bittenfeldern mit der dritten Liga ist, beweist allein die Tatsache, dass der Verein in der vergangenen, von Corona gebeutelten Minirunde fast bis zum Schluss im – zumindest virtuellen – Aufstiegsrennen verblieben war. Die Seriösität eines TV Bittenfeld zeigte sich indes, als man für sich selbst als Aufstiegschance den beschlossenen Losentscheid nicht mittragen wollte und zurückzog.

Könnte nach seiner Verletzung wieder zum Einsatz kommen – Joshua Stöffler / Foto: P. Gebhardt

In der laufenden Saison könnte es derweil nun etwas höher hinausgehen als zuletzt. Und das, obwohl mit Martin Kienzle die tragende Figur der Bittenfelder derzeit eine Handballpause einlegt. Herrenbergs Trainer Fabian Gerstlauer sieht dadurch allerdings kein Vorteil für sein Team: „Viel war auf Kienzle zugeschnitten. Nun verteilt sich mehr auf die ganze Mannschaft“. In der Tat spielten sich die jungen Maurice Widmaier und Johannes Theurer im Rückraum oder Yannick Wissmann auf Linksaußen in den Fokus. Dazu kommen mit Alexander Heib, Rückkehrer Michael Seiz und Daniel Sdunek im Tor bundesligaerfahrene Akteure – eine Liste, die keineswegs vollständig ist.

Kann es der SG H2Ku Herrenberg angesichts dieser Qualität erneut gelingen, einen Spitzenreiter zu stürzen? Dies hängt nach den Worten ihres Trainers auch von der Personalie Urs Bonhage ab. „Urs hat in der Trainingswoche einen Schlag auf die Schulter bekommen und musste das Training abbrechen“, so Fabian Gerstlauer. Ein Ausfall des in Konstanz überragenden Linkshänders würde nicht nur qualitativ ein Loch reißen. Auch in punkto Kadergröße käme Gerstlauer in Bedrängnis. So werden am Samstag weiterhin Alexander Zürn, Frederik Todt und Marvin Seeger nicht zur Verfügung stehen. Zu allem Überfluss muss auch Torhüter Nicolas Rhotert nach dem zweiten Kopftreffer binnen weniger Wochen für das Spiel auf Anraten der Ärzte passen. Für ihn rückt wieder Georg Mohr ins Aufgebot. Lediglich bei Joshua Stöffler könnte es zu einem Einsatz reichen. Dies hängt zu Großteilen auch davon ab, inwieweit Urs Bonhage für den rechten Rückraum zur Verfügung steht.

Anhand der Personalsituation ist sich der Coach der SG H2Ku natürlich im Klaren, dass den Bittenfeldern mit Tempohandball kaum beizukommen sein wird. Zudem hat Fabian Gerstlauer beim TV Bittenfeld II eine noch höhere Spielgeschwindigkeit als zuletzt bei den Konstanzern Youngsters ausgemacht. Und so dürfte die gleiche Taktik mit ruhigem Spielaufbau und auch gelegentlicher Tempoverschleppung zum Tragen kommen. Das Wichtigste, auch in Konstanz erfolgreich umgesetzte, erklärt Fabian Gerstlauer zum Schluss: „Wenn uns der Gegner die Tür zum Erfolg einen Spalt aufmacht, müssen wir sie auch aufstoßen“.