Der Kapitän geht von Bord

Die SG H2Ku Herrenberg verkündet den Abgang ihres Toptorschützen Sandro Münch / Zwei Neuzugänge und weitere Vertragsverlängerungen

Weit vorangeschritten sind inzwischen die Personalplanungen der SG H2KU Herrenberg. Der Handball-Oberligist konnte nun gleich mehrere Personalentscheidungen bekanntgeben. Die wohl wichtigste und sportlich schmerzlichste ist dabei sicher der Abgang von Sandro Münch. Der Spielmacher, Kapitän und Goalgetter in Personalunion schließt sich in der kommenden Saison dem Drittligisten TV Plochingen an.

„Wir wünschen Sandro für seine sportliche Zukunft in Plochingen wirklich alles Gute.“ Auch wenn der Verlust seines Torjägers für Hansi Böhm schmerzlich ist – Verständnis ist beim sportlichen Leiter für Münchs Schritt dennoch vorhanden. Immerhin kann der frühere Pforzheimer nun eine Liga höher spielen. Nachdem der bisherige Spielmacher Christos Erifopoulos von Plochingen zur HSG Konstanz wechselt, sah man beim TVP Handlungsbedarf. Die Spielstärke eines Sandro Münch blieb natürlich auch beim Drittligisten nicht unbemerkt.

Sandro Münch wechselt zum TV Plochingen

Münch war in seinen drei Jahren seiner Zugehörigkeit zur SG H2Ku stets eine der herausragenden Größen. Mit durchschnittlich sechs Toren pro Spiel rangierte der Rechtshänder stets in der Spitzengruppe der Torjäger innerhalb der BWOL. Zieht man seinen Schienbeinbruch mit einer längeren Genesungszeit vor fast zwei Jahren noch in Betracht, erfährt diese Statistik sogar noch einmal eine Aufwertung.

Sein Trainer ist sich der sportlichen Schwächung durch den Abgang seines Kapitäns zwar voll bewusst, sieht aber auch eine Chance darin. „Die Hierarchie wird sich im Team neu entwickeln, andere Spieler bekommen mehr Verantwortung“, so Fabian Gerstlauer. Insgesamt sind der Trainer und die sportliche Leitung aber zufrieden mit den fast abgeschlossenen Verhandlungen für die kommende Spielzeit. Mit den ausgehandelten Verträgen für Urs Bonhage, Marvin Seeger und Maximilian Bröhl konnte neben den bereits vorher fixierten Kontrakten das Gerüst der Mannschaft beibehalten werden. Einen weiteren Abgang gibt es aber noch zu vermelden. Mit Yannik Schopp verlässt ein echter Allrounder den Gäuclub. Der quirlige Schopp wird sich vorläufig komplett aus dem Handballsport zurückziehen. In Zukunft will sich der etatmäßige Linksaußen vermehrt seiner früheren Leidenschaft Wintersport widmen. Und auch Leander Lämmle dürfte H2Ku in der nächsten Saison durch seinen hohen Studienaufwand wohl nicht mehr zur Verfügung stehen.

Yannik Schopp stellt den Harztopf (endgültig?) in die Ecke

Den Abgängen zum Saisonende stehen bisher zwei Neuzugänge gegenüber. Mit Johannes Roscic und Valentin Mosdzien wechseln zwei Youngster vom HBW Balingen Weilstetten 2 an den Fuß der Stiftskirche. Für Mosdzien ist es dabei eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Bis zur B-Jugend spielte der 19-jährige in Herrenberg, seinerzeit unter Fabian Gerstlauer. „Ich habe Valentin damals ungern gehen lassen. Umso mehr freue ich mich, dass wir ihn nun zurück zur SG lotsen konnten“. Durch den Wechsel von Sandro Münch nach Plochingen wird Mosdzien nun praktisch von null auf hundert gefordert werden, der Rechtshänder wurde als klassischer Spielmacher geholt. Warum der Herrenberger Coach über die Personalie Mosdzien so erfreut ist, erklärt er so: „Valentin ist ein sehr spielfähiger Typ, der auch im eins gegen eins enormes Potential besitzt“. Fast die gleichen Attribute verleiht er auch seinem zweiten neuen Spieler. Johannes Roscic wird der vierte Linkshänder im Team sein und ist für den rechten Rückraum vorgesehen. Roscic genoss seit der C-Jugend die hervorragende Ausbildung in der HBW Handballschule. Auch wenn er als Rückraumspieler relativ klein daherkommt, hat der 18-jährige eine hohe Qualität, wie Fabian Gerstlauer betont. „Für beide Spieler wird es nun darauf ankommen, im Aktivenbereich vor allem in physischer Hinsicht Fuß zu fassen“, so Gerstlauer. In der A-Jugend-Bundesligamannschaft von Balingen/Weilstetten hatten sowohl Roscic als auch Mosdzien voll überzeugt.

Vakant ist momentan noch die zweite Position des Linksaußen hinter Marvin Seeger. Für den einen oder anderen Neuzugang wäre nach dem regeltechnisch möglichen Aufstocken des Kaders auf 16 Spieler wohl zudem auch noch Platz. Ob sich da Trainerwunsch und finanzielle Machbarkeiten vereinen lassen, ist allerdings eine mehr als offene Frage. „Natürlich halten wir die Augen offen für potentielle Verstärkungen. Aber es muss natürlich sportlich und vor allem wirtschaftlich ins Konzept passen“, tritt Hansi Böhm etwas auf die Bremse. Unisono sehen sich aber trotzdem Trainer Fabian Gerstlauer auf der einen sowie die Doppelspitze in der sportlichen Leitung, Hansi Böhm und Tobias Barthold auf der anderen Seite, für die kommende Saison gut aufgestellt.

Keine Rolle spielt für den Club indes die Aufstiegsrunde zur dritten Liga. Hierfür hatte Handball Baden-Württemberg als Dachverband ausgeschrieben. Für die Nutzung dieser Chance winkten die Verantwortlichen relativ schnell ab. „Wir sind weiter im Umbruch. Die Mannschaft ist momentan in der Oberliga Baden-Württemberg bestens aufgehoben, so Coach Gerstlauer. Über die Teilnahme an anderen Wettkampfformen werde man seitens der SG H2Ku entscheiden, wenn konkrete Pläne offen liegen.