SGH2Ku 3 müht sich zum ersten Saisonsieg

Die dritte Mannschaft der SG H2Ku Herrenberg hat nach einer herben Niederlage zum Saisonstart in Tübingen ihr erstes Heimspiel in der Bezirksklasse gegen die SKV Rutesheim unnötig knapp mit 25:24 gewonnen.

Dabei starteten die Jungs aus Herrenberg richtig gut in die Partie. Aus einer stabilen Abwehr heraus gelangen einige schnelle Angriffe sowie Tempogegenstöße, was sich auch auf der Anzeigentafel bemerkbar machte. Über 3:1 setzte man sich bis zur 9. Minute auf 7:3 ab. Auch die Torhüterleistung in Verbund mit einem gut stehenden Abwehrverbund trug zu diesem Zwischenstand bei.

Nach 13 gespielten Minuten sah sich der Rutesheimer Trainer Stefan Kugel dann zu seiner ersten Time-Out beim Stand von 12:7 gezwungen. Diese zeigte dann auch Wirkung. Die Rutesheimer Truppe stand nun deutlich sicherer und schaffte es ihrerseits, auch durch Unterstützung einiger einfacher technischer Fehler der Herrenberger, Tempogegenstöße zu laufen. So ging es letztendlich mit einem 16:13 für die „H2Kumpels“ in die Halbzeit.

Nach der Halbzeit pendelte sich das Ergebnis bei stets drei, vier Toren Vorsprung für die Gäutruppe ein, ehe man den Gegner durch hektische Angriffe und verfrühte Abschlüsse ohne Vorbereitung dazu eingeladen hat, den Zwischenstand wieder knapp zu gestalten. Ab der 50. Minute war der Vorsprung dahin und die Rutesheimer kamen bis auf ein Tor ran. Allerdings gelang es der nun starken und kämpfenden SKV aus Rutesheim abgesehen vom 1:1 zu keinem Zeitpunkt, auf Unentschieden zu stellen. So endete das Spiel aus Sicht der Heimmannschaft unnötig knapp mit 25:24, wobei zu sagen ist, dass die Jungs aus Rutesheim nie aufgesteckt haben.

Weiter geht’s für die Männer 3 erst am 14.11.2020 gegen die TSG Reutlingen, die mit 0:4 Punkten schlecht in die Saison gestartet sind und deshalb wohl hochmotiviert in’s Spiel gehen werden.

Maxi Schöllkopf

Pressemitteilung der SG H2Ku Herrenberg

Im Folgenden haben wir für Sie alles Notwendige für den Besuch und den Eintritt in die Markweghalle zu den Punktspielen der SG H2Ku Herrenberg zusammengefasst.

Das Coronavirus hat eine ganze Gesellschaft infiziert. Die momentan in allen Lebensbereichen geltenden Einschränkungen betreffen natürlich auch den Sport – und damit auch unsere SG H2Ku Herrenberg. Wir müssen allerdings nicht nur, sondern wir wollen auch verantwortungsvoll mit den Corona-Vorschriften umgehen. Gleichzeitig tun wir alles dafür, damit unsere Mannschaften vor Zuschauern spielen können und die Fans auf das Handball-Erlebnis in der Markweghalle nicht komplett verzichten müssen.

Das Problem dabei: Wir können laut Verordnung nur maximal rund 200 Zuschauer ausschließlich auf Sitzplätzen zu unseren Heimspielen zulassen. Das sind lediglich ungefähr ein Drittel der Fans, die vor der Corona-Pandemie die Spiele der Frauen 1 und Männer 1 besucht haben. Zudem sind die Laufwege in der Halle eingeschränkt und wir müssen die Kontaktdaten aller Besucher erfassen. Auch bei der Bewirtung werden wir zunächst Einschränkungen haben. Um diesen erhöhten Aufwand für deutlich weniger Zuschauer leisten zu können, nutzen wir die digitalen Möglichkeiten dort, wo sie uns sinnvoll und zielführend erscheinen. Uns ist bewusst, dass diese Umstellung von allen Beteiligten eine Bereitschaft zur Veränderung verlangt. Aber es sind Veränderungen, die zum jetzigen Zeitpunkt alternativlos sind, weil wir sonst nicht in der Lage wären, den Spielbetrieb fortzusetzen.

Deshalb bitten wir Euch, folgende Punkte zu beachten:

Eintrittskarten für alle Spiele der ersten und zweiten Mannschaften müssen in der Saison 20/21 im Online-Vorverkauf erworben werden. Vorerst wird es keine Tickets an der Abendkasse zu kaufen geben. Der Vorverkauf startet immer montags um 8 Uhr für das darauffolgende Spiel-Wochenende.

Wir bitten alle Interessierten, in möglichst großen Gruppen von bis zu 20 Personen zu buchen. Je mehr Gruppenbuchungen wir haben, umso mehr Fans können wir die Möglichkeit bieten, ein Spiel zu besuchen.

Für die Spiele der ersten Mannschaften haben wir uns vorgenommen, möglichst allen Zuschauern dieselben fairen Chancen auf einen Sitzplatz in der Markweghalle zu geben. Gleichermaßen müssen wir allerdings einen Zuschauer-Mix erreichen, um den Spielbetrieb mindestens kostendeckend zu halten. Daher werden wir versuchen, für bestimmte Gruppen ein Kontingent an Karten zu reservieren.

Wir denken dabei insbesondere an:

  • unsere Fans, die uns mit ihren Dauerkartenkäufen seit vielen Jahren unterstützen.
  • unsere Sponsoren, ohne deren Unterstützung die SG nicht existieren kann.
  • unsere interessierten Zuschauer*innen, die (un)regelmäßig, ohne Dauerkarte zu einzelnen Spielen kommen.
  • unsere eigenen jugendlichen Spieler*innen, denen wir weiterhin kostenlosen Eintritt zu allen SG-Spielen ermöglichen wollen.
  • unsere SG-Spieler*innen, die gerne bei den ersten Mannschaften zuschauen wollen.
  • unsere vielen ehrenamtliche Helfer*innen, ohne deren unermüdlichen Einsatz die SG nicht existieren könnte.

Und so könnt Ihr einen Zuschauer-Sitzplatz für ein Spiel der ersten Mannschaften erwerben:

Jeweils montags um 8 Uhr öffnet der Online-Vorverkauf für das Spiel/die Spiele des nächsten Wochenendes. Der Link zu unserem Vorverkaufsportal ist über die SG H2Ku-Homepage zu erreichen. Ab diesem Zeitpunkt kann jeder Interessierte Sitzplatz-Tickets erwerben, bis die Kontingente erschöpft ist. Also heißt es: schnell sein. Die Ticketpreise für die Saison 2020/21 sind unten aufgeführt.

Allen bisherigen Dauerkartenbesitzern und neuen Interessenten wollen wir die Möglichkeit geben, eine garantierte Eintrittskarte mit festem Sitzplatz zu reservieren. Hierzu führen wir die personalisierte SG-Saisonkarte 20/21 ein. Mit dem Kauf dieser SG-Saisonkarte für 60 Euro (Frauen 1) bzw. 70 Euro (Männer 1/jeweils Vollzahler) wird das Vorkaufsrecht auf einen mit dieser Karte fest verbundenen Sitzplatz erworben. Der große Vorteil: Jeder Besitzer einer SG-Saisonkarte kann während der Vorverkaufszeit von Montag bis Donnerstag (18 Uhr) ganz entspannt das Ticket für den der SG-Saisonkarte zugewiesenen Sitzplatz kaufen. Diese SG-Saisonkarte ist übertragbar – und einen kleinen Preisvorteil gibt es zudem noch. Wird das Einzelspiel-Ticket (das noch sechs Euro kostet) bis Donnerstag um 18 Uhr nicht beansprucht, geht es in den freien Last-Minute-Verkauf.

Aber auch für die SG-Saisonkarte gilt: Es gibt nur ein limitiertes Kontingent. Die Registrierung für diese SG- Saisonkarte ist ab sofort unter der Mail-Adresse ticket@sgh2ku.de unter Angabe von Name, Vorname, Mail- Adresse (oder Telefonnummer), Frauen- oder Männer-Saisonkarte, Vollzahler oder ermäßigt (Art der Ermäßigung) oder auch per Telefon unter 0160-97211067 möglich.

Und eine große Bitte hätten wir auch noch: Schließt Euch auch beim Kauf von SG-Saisonkarten und der damit verbundenen Sitzplatz-Reservierungen in möglichst großen Gruppen von bis zu 20 Personen zusammen. Denn auch hier gilt natürlich: Je mehr Gruppenreservierungen wir haben, umso mehr Fans bekommen letztlich die Möglichkeit, ein Spiel zu besuchen und unsere Teams zu unterstützen.

So könnt Ihr einen Zuschauer-Sitzplatz für ein Spiel der zweiten Mannschaften erwerben:

Bei den Spielen der zweiten Mannschaften sollte aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre die Kapazität von 200 Sitzplätzen ausreichend sein. Daher werden wir die Plätze nicht kontingentieren. Dennoch bitten wir auch hier um die Buchung in möglichst großen Gruppen.

Aber auch für Frauen 2 und Männer 2 gilt: Der Kauf des Tickets muss online im Vorverkauf erfolgen. Ein Kauf an der Abendkasse wird nicht möglich sein.

Nun geben wir Euch natürlich noch einen Überblick über die Eintrittspreise für die nächste Saison.

Eintrittspreise Einzelkarten:

2. Bundesliga Frauen

Einzeleintritt                          12€

Ermäßigt                                10€

Jugendliche                            5€

Baden-Württemberg-Oberliga Männer

Einzeleintritt                          11€

Ermäßigt                                9€

Jugendliche                            5€

SG-Saisonkarte für Spiele der 2.Bundesliga Frauen (13 Heimspiele)

SG-Saisonkarte Vollzahler     60€

SG-Saisonkarte Ermäßigt      40€

Sitzplatzreservierung pro Spiel        6€

SG-Saisonkarte für Spiele BWOL-Männer (17 Heimspiele)

SG-Saisonkarte Vollzahler     70€

SG-Saisonkarte Ermäßigt      40€

Sitzplatzreservierung pro Spiel        6€

Württembergliga Frauen & Landesliga Männer

Einzeleintritt                          6€

Ermäßigt                                4€

Jugendliche                            3€

Ermäßigt sind: Schüler, Studenten, Schwerbehinderte, Zivis, Rentner, Auszubildende mit entsprechendem Nachweis

Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren

Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr haben immer freien Eintritt, benötigen aber auch eine Online- Sitzplatzreservierung!

SG-Jugendliche bekommen eine SG-Handballschule-Saisonkarte. Für den Besuch eines Spiels müsst Ihr Euch aber ebenfalls online einen (kostenlosen) Sitzplatz reservieren. Und Achtung: Auch hier gibt es nur ein limitiertes Kontingent an Plätzen.

Alle aktiven SG-Spieler*innen und SG-Trainer*innen wie auch unserer treuen ehrenamtlichen Helfer bekommen in der Saison 20/21 eine SG-Team-Saisonkarte. In Verbindung mit dieser SG-Team-Saisonkarte könnt ihr für die Spiele der Frauen 1 und Männer 1 ein Sitzplatz-Ticket aus Eurem Kontingent zum Einheitspreis von 5€ online erwerben. Achtung: Auch dieses Kontingent ist limitiert – wer zuerst bucht, wird zuerst bedient. Für die Spiele von Frauen 2 und Männer 2 kostet ein Ticket 3€.

SG-Sponsoren bekommen eine SG-Sponsoren-Saisonkarte. Allerdings müssen auch unsere Sponsoren vor dem Besuch eines Spiels online einen Sitzplatz reservieren. Dieser ist kostenlos. Wir werden ein Kontingent an Sitzplätzen für Sponsoren blocken.

So könnt Ihr die Jugendspiele und die Spiele der dritten und vierten SG-Mannschaften sehen:

Die Registrierung der Zuschauer für eintrittsfreie Spiele wird über ein Onlineformular erfolgen, das rechtzeitig vor dem eigentlichen Spieltag ausgefüllt werden kann. Der Link zur Registrierungsseite wird ebenfalls in Kürze bekannt gegeben. Alternativ ist eine manuelle Registrierung in der Halle möglich.

Zum Schluss haben wir noch eine riesengroße, für uns allerdings auch existentiell wichtige Bitte an alle Unterstützer, Sponsoren, Fans, sportlich und ehrenamtlich Engagierten: Wir hoffen als SG H2Ku Herrenberg auf euer Verständnis für diese Regelungen, die in Corona-Zeiten alternativlos sind. Wir haben versucht, für alle eine möglichst faire Lösung zu finden. Und nun freuen wir uns darauf, dass Ihr trotz dieser Einschränkungen, für die niemand etwas kann, unseren Mannschaften weiterhin treu verbunden bleibt und sie auch weiterhin so großartig unterstützt wie in der Vergangenheit. Vielen Dank dafür!

Viel mehr als nur Geld gesammelt

Crowdfunding-Aktion der SG H2Ku Herrenberg erweist sich nicht nur wegen der eingespielten Summe von fast 35 000 Euro als großer Erfolg

Es war eindeutig ein Siegerfoto, welches am Montag nach dem Abschluss des Crowdfunding-Projektes auf dem Gelände des Haslacher Sportplatzes geschossen wurde. Dort hatten sich mehrere gutgelaunte Organisatoren, mit den Oberligaspielern Alexander Zürn und Nicolas Rhotert an der Spitze, noch einmal getroffen, um stolz die Endsumme von exakt 34 814 Euro zu präsentieren.

Was nun am Abend des 27. Juli von großer Zufriedenheit zeugte, war vor vier Wochen noch von viel Optimismus, aber auch etwas Ungewissheit geprägt. Ende Juni war der Startschuss zu der ehrgeizigen Aktion erfolgt, geraume Zeit zuvor schon liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Denn das Crowdfunding bedeutete nicht nur Spenden sammeln, sondern auch für jede Spende praktisch eine Prämie im materiellen oder auch immateriellen Gegenwert zu präsentieren. „Wir haben viele Sponsoren und Händler in Herrenberg und Umgebung für unser Projekt gewinnen können“, erklärt Nicolas Rhotert. „Der andere Weg führte in die Mannschaften der SG H2Ku. Dort wurden dann im Kreis der Aktiven viele Ideen zusammengetragen“, ergänzt Alexander Zürn. Beide standen mit ihren Bemühungen natürlich nicht allein. Eine Gruppe von zwölf Personen, zusammengesetzt aus Aktiven der Mannschaften und Funktionären, umfasste der Kreis der unmittelbaren Helfer. Der Kern von fünf Organisatoren hatte seit Projektbeginn praktisch täglichen Kontakt.

Und so waren alle Beteiligen auch zuversichtlich, die Aktion zum Erfolg führen zu können. Immerhin fast einhundert Prämien standen bereit, weitere sollten folgen. „Was uns optimistisch gestimmt hat, waren vor allem die Prämien, die wir anbieten konnten“, so Alexander Zürn. Angefangen von Gutscheinen vieler Gewerbetreibender über signierte Trikots von Handballstars bis hin zu Aktionen der Mannschaften und deren Trainer, die es normal nicht zu kaufen gibt, reichte das Angebot.

Was dann aber an jenem 29.Juni zum Start des Crowdfunding passierte, überraschte selbst die kühnsten Optimisten. 10 000 Euro waren schon am ersten Tag auf das Konto der Plattform Fairplaid geflossen. „Im Nachhinein kann man wohl sagen, dass wir vieles richtig gemacht haben“, so ein zufriedener Jan Rhotert. Der Vorstandssprecher der SG H2Ku Herrenberg meinte damit sicher auch die Höhe der Crowdfunding-Summe, die im Vorfeld angesetzt wurde. Denn sieht man sich die Projekte anderer Vereine an, stellt man schnell fest, dass diese meist mit einer kleineren Summe an den Start gingen. H2Ku-Torhüter Nicolas Rhotert erklärt die Risikobereitschaft so: „Erfahrungsgemäß wird die Motivation zum Prämienkauf nach dem Erreichen der Zielsumme geringer. So aber halten wir die Spannung hoch“. Klar war aber auch, dass beim Nichterreichen der veranschlagten 30 000 Euro kein Cent geflossen wäre – System Crowdfunding eben.

Dass sich die Ergebnisse dieses extrem guten Starts nicht über die kompletten vier Wochen fortsetzen würden, war indes allen Beteiligten klar. Grund für blinden Aktionismus gab es deshalb auch nicht, als es in der zweiten Woche weit ruhiger auf der Plattform des Anbieters Fairplaid zuging. Für Jan Rhotert war es weit wichtiger, im Hintergrund noch genügend Asse im Ärmel zu haben. „Wir hatten immer einen Plan“, nannte er einen der Erfolgsgaranten. In der Praxis sah das dann so aus, dass auch im Laufe des Projekts immer wieder neue Prämien angeboten werden konnten. Ein besonderes Phänomen zeigte sich dann vor allem in den letzten beiden Wochen. Nicht nur auf Anfragen reagierten Firmen und Gewerbetreibende, immer öfter trafen auch Angebote von außen zur Unterstützung ein. Zum Beispiel von Daniel Rebmann. Der frühere H2Ku-Torwart, inzwischen einer der besten seines Fachs in ganz Deutschland, erfuhr von der Aktion, setzte sich mit dem Crowdfunding-Team in Verbindung und stellte spontan sein Trikot mit den Unterschriften der Spieler seines jetzigen Vereins FrischAuf! Göppingen zur Verfügung. Ähnlich stellte sich die Sache mit einem ganz speziellen Handball dar. Der originale Ball vom entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga der Männer vor genau zehn Jahren galt seit jener Zeit als verschollen. Über Umwege tauchte dieser als echt verbürgte Ball jetzt wieder auf und bereicherte so das ohnehin schon attraktive Prämienangebot.

So dauerte es dann auch nur etwas über zwei Wochen, bis die Zielsumme von 30 000 Euro erreicht wurde. Für das Team hinter den Kulissen war dieser Erfolg aber noch nicht der Endpunkt. Auch wenn es nun, wie vorausgesagt, deutlich zäher voranging, die Motivation litt nicht darunter. Im Gegenteil. „Wir steckten uns intern immer wieder neue kleine Ziele“, so der Herrenberger Rechtsaußen Alexander Zürn. Tägliche Posts in den sozialen Medien, Videokonferenzen und persönliche Meetings zahlten sich letztendlich aus. Mit fast 35 000 Euro ging das Crowdfunding am Montag um 20 Uhr über die Ziellinie.

Diese vier Wochen haben aber nicht nur finanzielle Fußabdrücke hinterlassen. „Wir haben so viele positive Rückmeldungen von außen erhalten, dass es sich allein dafür gelohnt hätte“, so Nicolas Rhotert. Alexander Zürn verwies derweil noch auf einen anderen Aspekt: „Wir sind auch als Verein noch mehr zusammengewachsen. Jede Mannschaft, jeder Trainer und Funktionär hat sich von Anfang an mit der Aktion identifiziert und dies auch nach außen vermittelt.“

Beide Organisatoren und auch ihre Mitstreiter sind natürlich trotzdem ein wenig froh, dass nun etwas Ruhe einkehrt – allerdings nur für kurze Zeit. Noch gut zwei Wochen wird es noch dauern, bis alle Prämien zugeordnet sind, bevor es dann noch einmal rund geht. Dann dürfen sich alle Unterstützer auf ihre Prämien freuen. Und so ganz nebenbei warten auf beide auch noch berufliche und handballerische Verpflichtungen.

Hintergrund Crowdfunding-Aktion der SG H2Ku Herrenberg

Um die finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern initiierten die Oberligaspieler Nicolas Rhotert und Alexander Zürn ein Crowdfunding. Dies bedeutet frei übersetzt Gruppenfinanzierung. Unterstützer zahlen Geld an die Crowdfunding-Plattform und bekommen im Gegenzug Prämien in materieller oder immaterieller Form. Dies waren in diesem Falle zum Beispiel Gutscheine im Wert zwischen meist 10 und 100 Euro von Firmen, signierte Trikots von Sportlern oder ähnliches. Dazu kamen Angebote der Mannschaften wie Einblicke hinter die Kulissen, persönliches Training mit einzelnen Spielern oder auch die Teilnahme am Mannschaftstraining.

Die SG H2Ku ging am 29. Juni mit einer Zielsumme von 30 000 Euro an den Start. Beim Nichterreichen der Zielsumme hätte die Aktion als gescheitert gegolten, alle bisherigen Unterstützer hätten ihr eingezahltes Geld zurückerhalten. Dies ist ein Grundsatz des Crowdfunding. Die Aktion endete am 27. Juli um 20 Uhr mit einer Summe von 34 814 Euro.

Die eingespielte Summe kommt nach Abzug der Steuern dem kompletten Verein und allen Mannschaften zugute.

SG H2KU HERRENBERG STARTET INTERESSANTES CROWDFUNDING-PROJEKT

Auf Initiative der Oberligaspieler Alexander Zürn und Nicolas Rhotert beginnt die Aktion heute. Diese ist nicht nur eine reine Spendensammlung, denn auf die Gönner warten zudem einige attraktive Prämien. Am Ende sollen 30 000 Euro zusammenkommen.

Große Vorfreude bei Nicolas Rhotert (li.) und Alexander Zürn aus der Oberliga-Mannschaft: Die beiden Initiatoren des H2Ku-Crowdfundings sind aber auch aufgeregt und gespannt, wie die Aktion am heutigen Montag anläuft Foto: Peter Gebhardt

Artikel vom 29. Juni 2020 – 08:45

Von Peter Gebhardt

HERRENBERG. Der Sport insgesamt blickt noch immer in eine ungewisse Zukunft. Gerade der semiprofessionelle Bereich kann zurzeit kaum weitreichende Entscheidungen treffen. Dies liegt einerseits an den Auflagen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, die ein geregeltes Training gerade im Handballsport noch nicht zulassen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch noch den wirtschaftlichen Aspekt. In Zeiten, in denen viele Firmen ums Überleben kämpfen, ist die Zuwendung der Sponsoren nicht unbedingt selbstverständlich.

Wohl überall machen sich deshalb Vereinsfunktionäre ihre Gedanken, wie sie ihre gesteckten Etatziele am besten erreichen können. Mitten in diesen Überlegungen, in denen auch die Herrenberger Handball-Spielgemeinschaft H2Ku steckt, traten nun mit Nicolas Rhotert und Alexander Zürn ausgerechnet zwei Aktive auf den Plan. Die beiden Spieler der Oberligamannschaft gingen mit einer Idee auf Vorstandssprecher Jan Rhotert zu, deren Ursprung zwar schon länger bekannt ist, aber im Sportbereich bisher eher selten zu finden war.

DAS MOTTO LAUTET: „MEINE REGION! MEIN VEREIN! OBEN BLEIBEN!“

Mit einer Crowdfunding-Aktion sollen finanzielle Mittel generiert werden, die den Handball bei der SG H2Ku Herrenberg auch in den jetzigen schwierigen Zeiten auf hohem Niveau sichern sollen. Dabei steht der Begriff Crowdfunding am ehesten für eine Gruppenfinanzierung, bei der sich möglichst viele Menschen für ein Projekt finanziell engagieren. Da bei der Konstellation Vater-Sohn die Wege bei den Rhoterts besonders kurz sind, wurde die Idee schnell vorangetrieben. Jan Rhotert selbst legt dabei besonders viel Wert darauf, zu betonen, dass die Initiative ausschließlich von beiden Spielern ausging.

Am heutigen Montag startet die Aktion unter dem Motto „Meine Region! Mein Verein! Oben bleiben!“. Sie soll am Ende 30 000 Euro einspielen. Auf der Internetseite des externen Dienstleisters Fairplaid wird das Projekt vorgestellt, verwaltet, und es wird zum Einkauf eingeladen. Denn das Crowdfunding ist beileibe keine reine Spendensammlung. Jeder soll einen Gegenwert, sprich eine Prämie, für sein Engagement erhalten. Und dieser Gegenwert hat es wahrlich in sich. Über handfeste Prämien wie von den Rhein Neckar Löwen signierte Trikots der Nationalspieler Steffen Fäth und Andreas Palicka oder VIP-Tickets für den VfB Stuttgart reicht die Palette zum Beispiel bis hin zu einem einzigartigen Blick hinter die Kulissen der H2Ku-Frauen-Zweitliga-mannschaft inklusive Platz auf der Auswechselbank bei einem Punktspiel. Etwa 100 dieser Prämien – im großen als auch im etwas kleineren Stil – haben die Verantwortlichen zusammengetragen. Das allein zeigt schon, wieviel Arbeit in dem Projekt steckt. Arbeit, die natürlich im Vorfeld nicht von Alexander Zürn und Nicolas Rhotert allein gestemmt werden konnte. Und so begann die Suche nach Helfern.

„Es war toll, zu sehen, dass wir in kürzester Zeit ein schlagkräftiges Team mit zwölf Mitgliedern aus allen Gremien und Teams des Vereins gewinnen konnten“, so Rechtsaußen Zürn. Dieser Kern ging in die Teams der SG H2Ku, sprach Sponsoren an und suchte auch anderswo Unterstützung. Letztlich war die Resonanz überwältigend. „Wir sind mit dem Projekt an die Mannschaften herangetreten. Alle Vorschläge kamen dann von den Teams selber“, freut sich Torwart Nicolas Rhotert. Etwa die Hälfte der Prämien kam so zusammen. Von Personaltraining mit Oberliga-Coach Fabian Gerstlauer bis zur Gartenarbeit und Erntehilfe ist (fast) alles dabei. Den anderen Prämienteil steuerten derweil Firmen bei. Kein einfaches Unterfangen, sollte man meinen. Umso erfreuter war Jan Rhotert auch hier über die Resonanz: „Die Idee des Crowdfunding kam bei den meisten Firmen und Sponsoren hervorragend an. Gerade die Dienstleistungsbranche hat uns mit Gutscheinen und Aktionen unterstützt, von denen sowohl der Verein als auch der Sponsor selbst profitiert“, erklärt der Vorstandssprecher. Auch drei Jahresabos für das E-Paper der Kreiszeitung Böblinger Bote sind so dabei.

Volle acht Wochen hatte es dann von der ersten Idee bis heute gedauert. Einen Zeitraum, den auch das Handballerduo intensiv erlebt hat. „Wir hatten schon damit gerechnet, dass es viel Arbeit wird“, waren sich beide der Herausforderung bereits vorher bewusst. Dabei hätten es Zürn und Rhotert durchaus etwas einfacher haben können – nämlich indem sie die Aktion auf das Oberligateam beschränken.

VOLLE ACHT WOCHEN VON DER ERSTEN IDEE BIS ZUM START DES PROJEKTS

Die Frage danach lässt bei den Spielern aber fast schon Verwunderung aufkommen. „Für uns war von Beginn an klar, dass wir den ganzen Verein unterstützen wollen“, betont Nicolas Rhotert, der neben der Arbeit am Crowdfunding-Projekt mitten in den Abschlussprüfungen zum Finanzassistenten steckt. „Nur wenn der ganze Verein gesund ist, können wir als Mannschaft leben“, ergänzt der 25-jährige Alexander Zürn.

Bei beiden ist neben der Aufregung vor dem Start vor allem auch Vorfreude zu spüren. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir den angestrebten Betrag komplett erreichen werden“, sagt Torhüter Rhotert. Optimismus sollte auch vonnöten sein, denn eines ist schon jetzt klar: Das Projekt steht unter dem Motto „Alles oder Nichts“. Das heißt im Klartext, dass es das gesammelte Geld nur gibt, wenn die 30 000 Euro auch erreicht werden. Wenn nicht, gilt das Projekt als gescheitert, und alle Unterstützer bekommen ihr Geld zurück. Das ist jedoch ein normales Prozedere im Crowdfunding.

Allerdings ist bei dieser Art der Finanzierung die Aussicht auf Erfolg auch größer als bei einer reinen Spendenaktion. An ein Scheitern verschwendet aber weder Nicolas Rhotert noch Alexander Zürn einen Gedanken. Zürn, als Projektleiter im Onlineshop eines Baustoffgroßhändlers auch beruflich stark eingespannt, ist sich sicher, dass sich der Aufwand in der Freizeit am Ende auszahlen wird. „Ich sehe uns optimal vorbereitet und auch bei den Prämien sehr gut aufgestellt“.

Und was sagt der Verein über seine umtriebigen Spieler? Vorstandssprecher Jan Rhotert hat da mehr als nur einen Blickwinkel: „Natürlich freuen wir uns über die Initiative der Spieler, Geld für die SG H2Ku zu erwirtschaften. Wir haben als Verein aber auch den Auftrag, junge Menschen zu fördern und zu formen. Deshalb macht mich die ganze Crowdfunding-Aktion mit dem Engagement der Sportler sehr stolz.“ Stolz wäre er sicher auch in vier Wochen, wenn auf der Internetseite des Crowdfunding-Projekts stehen würde: 100 Prozent erreicht.

https://www.toyota-crowd.de/sgh2ku