In allen Belangen überlegen

SG H2Ku besiegt nach einer starken Vorstellung die favorisierte TSG Söflingen in eigener Halle mit 34:28

Da staunten auch die Zuschauer nicht schlecht. Die SG H2Ku Herrenberg beherrschte in ihrem zweiten Heimspiel der Saison die TSG Söflingen fast nach Belieben und ging am Ende mit einem jederzeit verdienten 34:28 (17:13) vom Parkett. Ein Spaziergang gegen den Favoriten war es über die sechzig Minuten aber trotzdem nicht.

Gewiss, es waren hochzufriedene Spieler, die sich bei den – noch – zugelassenen 180 Zuschauern nach Spielschluss für die zuvor erhaltene Unterstützung bedankten. Allerdings waren in den Gesichtern auch deutliche Spuren der Erschöpfung zu erkennen. Denn so einfach, wie es das Ergebnis und der Spielverlauf vermuten lassen, war das Spiel dann doch nicht. „Wir hatten auf jede Aktion des Gegners die richtige Antwort“, nannte Trainer Fabian Gerstlauer nach der intensiven Partie einen der Gründe. Und was ihn am meisten freute: „Wie schon in der Vorwoche haben wir über die komplette Spielzeit konstant gut agiert“.

Überzeugte erneut – Nicolas Rhotert / Foto: P. Gebhardr

Ein Urteil, das sein Trainerkollege auf der anderen Seite nur zu gern auch über seine Mannschafft gefällt hätte. „Wir haben zu keiner Zeit unsere Vorgaben umsetzen können“, musste ein frustrierter Steffen Klett auf der anschließenden Pressekonferenz einräumen. Dabei sprachen die Vorzeichen eigentlich noch vor dem Spiel für die Gäste aus Ulm.

Nach den zwei unglücklichen Niederlagen aus den Vorjahren in der Markweghalle wollten die Gäste den Bock nun umstoßen. Mit einem breiten und vor allem gut besetzten Kader trat die TSG an und nutzte diesen vermeintlichen Vorteil auch weidlich. Dies aber vor allem deshalb, weil keine der Formationen, die Steffen Klett aufs Parkett schickte, ein wirksames Mittel gegen die Gastgeber fand. Und dies bereits ab der ersten Minute.

Das erste Mittel der Wahl gegen die Söflinger Offensive war erst einmal, deren Spielmacher und Neuzugang Aaron Mayer nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Dank der aufmerksamen, aber auch aufwendig agierenden Abwehr von H2Ku gelang dies hervorragend. Und auch wenn Mayers Klasse des Öfteren aufblitzte, seinen Stempel konnte er dem Spiel nicht aufdrücken. Auch deshalb, weil seine Zuspiele von den Mitspielern selten effektiv verwertet wurden. Denn mit Nicolas Rhotert stand ein Torwart zwischen den Pfosten, der sich wieder einmal mit einer sehr guten Leistung vorstellte.

Was in der Defensive begann, führte sich dann auch in der Offensive fort. Besonders Sandro Münch und Frederik Todt bekamen nach Spielschluss vom Coach noch ein extra Lob für ihre „optimale Spielsteuerung“ gegen die extrem offensive Gästeabwehr. Dass die beiden Rückraumakteure gemeinsam mit einem ebenfalls überzeugenden Urs Bonhage zusammen auf stolze 16 Treffer kamen, war da fast schon keine Überraschung mehr.

Etwas überraschend war vielleicht, dass die gesamte Mannschaft wie schon am letzten Samstag in Steißlingen keine Schwächephase erkennen ließ. War nach der ersten Hälfte, in der sich die SG H2Ku stetig zum 17:13 bis zum Pausenpfiff absetzen konnte, die Befürchtung noch vorhanden gewesen, dem Kräfteaufwand irgendwann auch Tribut zollen zu müssen, zerstreute sich dies relativ schnell.

Sieben Mal fehlerfrei vom Strafwurfpunkt – Marvin Seeger / Foto: P. Gebhardt

Sieben Minuten waren in Halbzeit zwei gerade einmal gespielt, als Gästecoach Klett bereits erneut zur Auszeit bat. Alexander Zürns Treffer zum 21:15 war hier bereits eine kleine Vorentscheidung. Zürn selbst konnte wie auch sein Pendant auf der anderen Außenbahn, Mavin Seeger, erneut überzeugen. Auch dadurch war es den Söflingern nicht möglich, sich lediglich auf den starken Rückraum der Hausherren zu konzentrieren. Da die Defensive andererseits noch immer kaum Lücken zuließ, mussten die Gäste auch weiterhin viel improvisieren. Ob Bastian Klett, Lukas Francik oder eben Aaron Mayer, die SG- Abwehr blieb meist Sieger gegen die Ideen der Spielmacher der Gäste. Erst nach dem fast schon beängstigenden 28:19 in der 48. Minute konnte sich der Rückraum der TSG Söflingen etwas besser in Szene setzen. Um noch an einem Erfolg der Gastgeber rütteln zu können, reichte dies freilich nicht.

Nach dem überzeugenden Sieg relativierte Fabian Gerstlauer aber gleich ein wenig dieses Ergebnis: „Wir können natürlich nicht immer auf diesem hohen Niveau spielen. Aber die Entwicklung der Mannschaft stimmt mich sehr zufrieden“.

Am kommenden Sonntag geht es nun für die SG H2Ku Herrenberg zum traditionell schweren Auswärtsspiel bei der SG Köndringen/Teningen, die an diesem Wochenende eine unfreiwillige Corona-Pause einlegen musste.

SG H2Ku Herrenberg: Rhotert, Rinderknecht (beide Tor), Seeger 9/davon 6 Siebenmeter, Bröhl 1, Schopp 1, Todt 5, F. Böhm 2, Bonhage 5, Zürn 5, Lämmle, Münch 6