Den Schwung vom ersten Sieg mitnehmen

SG H2Ku Herrenberg steht am Samstag gegen die TSG Söflingen vor einer schweren Heimaufgabe

Nach dem ersten Saisonsieg vom vergangenen Wochenende gehen die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg am Samstag ab 20 Uhr (Markweghalle Herrenberg) selbstbewusst ins Heimspiel gegen die TSG Söflingen. Der Vorjahresvierte ist ebenso wie der Gäu-Club mit einem Sieg und einer Niederlage gestartet.

Erwartungsgemäß verliefen die letzten Trainingseinheiten beim H2Ku-Team etwas anders als die Tage nach der bitteren Auftaktniederlage gegen Neuenbürg eine Woche zuvor. „Natürlich ist die Stimmung nach Siegen auch im Training spürbar besser“, gibt Coach Gerstlauer gerne zu. Mit dem Sieg beim TuS Steißlingen (31:28) tankte seine Mannschaft nicht nur das nötige Selbstvertrauen für den Samstag, sondern erhielt auch die Gewissheit zurück, in schwierigen Momenten zu bestehen.

Alexander Zürn

Diese beiden Komponenten könnten auch gegen die TSG Söflingen von entscheidender Bedeutung werden. Mit den Ulmern stellt sich ein äußerst hoch gehandeltes Team am Fuße der Stiftskirche vor. Zwar gelang auch in der abgebrochenen Spielzeit nicht der ganz große Wurf, sprich der Drittligaaufstieg. Der Trend der Söflinger zeigt aber in der jüngeren Vergangenheit mit den Plätzen 9, 7 und 4 in den letzten Spielzeiten klar nach oben. Da ist der Wunsch nach mehr natürlich groß. Dementsprechend trieben die Verantwortlichen die Kaderplanungen voran. Als echten Coup darf man dabei getrost die Verpflichtung von Aaron Mayer bezeichnen. Der Spielmacher kam von der MTG Wangen und gilt bei vielen als bester Spielmacher Württembergs. Bisher hatte Mayer stets alle Angebote von Dritt- und wohl auch Zweitligisten abgelehnt.

Für Fabian Gerstlauer ist der 24- jährige Neuzugang aber nur ein Teil eines Gesamtpuzzles. Erstmals in dieser Saison wird er sich mit seiner Mannschaft mit einer extrem offensiven Deckung auseinandersetzen müssen. „Viele Teams spielen offensiv in der Abwehr, allerdings meist aus dem 6:0- Verbund. Söflingen praktiziert aber eher die 3:2:1- Variante. Lukas Francik spielt dann auf der Spitze extrem weit vorgezogen“, erläutert Gerstlauer. Hinter der Abwehr wurde vor der Saison das Torhütergespann komplett getauscht. Ondrej Zavazal vom tschechischen Erstligisten Dukla Prag und Marco Azevedo Marques bilden das neue Gespann zwischen den Pfosten. Vor allem bei Letzterem dürften die heimischen Fans aufhorchen, war doch „Aze“ von 2014-2017 in Diensten der SG H2Ku Herrenberg.

Das Rezept, mit dem die Gastgeber den Söflingern gegenübertreten, verrät der Coach im Vorfeld natürlich nicht. Es dürfte aber trotzdem kein großes Geheimnis sein, wie man eine offensive Deckung bespielt. Es wird unter anderem auf die Spieler ankommen, die im direkten Zweikampf ihre Stärken haben. Der Aufsteiger TSV Schmiden hat es in der Vorwoche zumindest eine Halbzeit lang vorgemacht, war am Ende aber chancenlos.

Finn Böhm

Fabian Gerstlauer hofft natürlich, dass sein Team den Widerstand mehr als nur eine Halbzeit an den Tag legt. Die Partie in Steißlingen hatte ihm zuletzt wichtige Erkenntnisse gebracht. Auch, dass seine Jungs über sechzig Minuten konstant ihre Leistung aufs Parkett bringen können. Gegen einen stärkeren Gegner, den die TSG Söflingen zweifellos darstellt, wird dies auch ein absolutes Muss.

Im Kader hat sich im Vergleich zur Vorwoche noch nichts Neues ergeben. Die einzige fragliche Personalie Janne Böhm dürfte nach Lage der Dinge noch immer nicht zum Einsatz kommen. Hier ist die Wundheilung nach seiner Schleimbeutel-OP noch nicht komplett abgeschlossen. Für Fabian Gerstlauer ist trotzdem klar, dass gegen Söflingen der Schwung aus dem letzten Sieg als Grundlage für einen weiteren Erfolg dienen soll. „Wir haben ein Heimspiel“, nimmt der Herrenberger Übungsleiter auch die eigenen Zuschauer mit ins Boot. Apropos Fanunterstützung: Durch die Corona-Lage im Landkreis Esslingen wurde dort mit dem Spiel Neuhausen/Filder gegen Weinsberg erstmals in der Oberliga eine Partie ohne Zuschauer ausgetragen. „Auch wenn wir toll unterstützt wurden, auf solche Szenarien haben wir keinen Einfluss“, lässt Gerstlauer erkennen, sich auf das sportlich Wesentliche zu konzentrieren, sollte dieses Szenario auch in der Markweghalle einmal eintreten.