Dünner Kader will dickes Ausrufezeichen setzen

SG H2Ku tritt am Samstag erneut ersatzgeschwächt beim TuS Steißlingen zum zweiten Saisonspiel an

Wenn die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg am Samstag den Bus in Richtung Steißlingen besteigen, dürfte trotz aller Abstandsregeln viel Platz zur Verfügung stehen. Beim Spiel gegen den Aufsteiger TuS Steißlingen (20 Uhr, Sporthalle Mindlestal) wird Trainer Fabian Gerstlauer erneut auf mehrere Akteure verzichten müssen. An der Zielstellung Sieg wird aber trotzdem nicht gerüttelt.

Über fast vierzig Minuten bot die SG H2Ku am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen den HC Neuenbürg eine überzeugende Leistung – eine Halbzeit lang wurde der Gegner mit dem 15:7 sogar an die Wand gespielt. Was letztlich zur Niederlage (26:27) führte, wurde intern in der Trainingswoche im Mannschaftskreis aufgearbeitet. „Unter dem Strich habe ich der Mannschaft klargemacht, dass wir nur ein Spiel verloren haben“. Was Coach Gerstlauer damit meint: „Es gibt noch genügend Möglichkeiten zum Punkten. Wichtig ist, die vielen guten Ansätze mitzunehmen und aus den Fehlern der Schlussphase zu lernen“. Klingt erstmal einfach, wird es aber beileibe nicht werden. Denn eines der Gründe für die Auftaktpleite liegt auch in der Quantität des Herrenberger Kaders begründet. „Natürlich waren wir spätestens mit der roten Karte für Max Bröhl leichter auszurechnen. Zudem fehlten von fünf etatmäßigen Spielern für den Innenblock in der Abwehr am Ende gleich drei Akteure“. In der Tat blieb mit Finn Böhm und Leander Lämmle nur ein Duo, dazu noch ein sehr junges, für die Crunchtime übrig.

Fabian Gerstlauer will mit seinem Team in Steißlingen punkten / Foto: P. Gebhardt (Archiv)

Für den Samstag ist erneut davon auszugehen, dass sich nicht allzu viel an der personellen Situation ändern wird. Urs Bonhage war bis Mitte der Woche noch immer nicht fit nach seiner Erkältung. Sascha Marquardt fehlt ohnehin noch einige Zeit, ebenso wie Christian Rau. Janne Böhm steht zwar kurz vor der Rückkehr ins Team, aber auch hier wird nach der Knieoperation kein Risiko eingegangen. Lediglich für Niko Schnitzler stehen die Chancen etwas besser, am Samstag wieder mit eingreifen zu können.

Trotz dieser negativen Vorzeichen will die SG H2Ku Herrenberg im Hegau unbedingt die ersten Punkte eintüten. „Wir fahren nach Steißlingen, um zu gewinnen“. Die Worte von Trainer Fabian Gerstlauer lassen in dieser Deutlichkeit keine Fragen offen. Der Gegner dürfte natürlich erhebliche Einwände für dieses Vorhaben einzuwenden haben. Der TuS Steißlingen strotzt derzeit nur so vor Selbstvertrauen. Der Grund dafür liegt auch am Datum 5. Mai 2019. Zwar war dies der Tag, an dem der TuS nach dem 27:36 in Plochingen endgültig aus der Oberliga absteigen musste, gleichzeitig war es aber auch der Tag der letzten Niederlage in einem Punktspiel für die Mannschaft von Trainer Jonathan Stich. In der letztjährigen Saison der Südbadenliga marschierten die Hegauer mit eindrucksvollen 39:1 Punkten durch die Spielrunde. Erst der coronabedingte Abbruch der Saison machte dem Treiben ein unfreiwilliges Ende. Diese Serie möchte der Gastgeber nach dem Saisonauftakt in Schmiden und dem dort erspielten Remis (27:27) nun auch gegen die Gäste aus Herrenberg nicht abreißen lassen.

Was den Aufsteiger so stark macht, ist vor allem sein hohes Spieltempo – sowohl in Abwehr als auch Angriff. So dürfte der auf der Steißlinger Internetseite verkündete Ausfall von Rückraumakteur Marvin Storz besonders wehtun, macht doch gerade Storz laut Fabian Gerstlauer im Angriff „den Ball extrem schnell“. In der Abwehr fallen ebenso die schnellen Beine auf, die jeden Spielfluss im Keim zu ersticken versuchen.

Es wird also auch auf einen kühlen Kopf ankommen. Apropos Kopf: Interessant wird sein, wie sich in den Gedanken der Spieler von H2Ku das eventuelle Mitwirken von Marvin Heinz auf Seiten der Gastgeber auswirken wird. Der Torhüter, der sich nach dem Wechsel seines Studienortes nach Konstanz aus Herrenberg verabschiedete und sich inzwischen den Steißlingern angeschlossen hat, ist am Samstag im Mindlestal erstmals spielberechtigt. Informationen, ob er aber auch tatsächlich zum Einsatz kommt, sind allerdings noch nicht nach außen gesickert. Für Spannung ist also schon im Vorfeld gesorgt.