Gut durch die lange Pause gekommen

SG H2Ku trotzt dem Drittligisten VfL Pfullingen im ersten Testspiel der Saison ein Unentschieden ab

Nach der über fünfmonatigen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie haben die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg erstmals wieder ein offizielles Handballspiel bestreiten können. Dabei gelang mit dem 27:27 (15:13) beim VfL Pfullingen ein mehr als achtbares Resultat.

Urs Bonhage

Für Herrenbergs Trainer Fabian Gerstlauer war es genauso wie auch für seine Spieler eine spannende Frage im Vorfeld der Partie, wie man eine so lange Pause ohne ein richtiges Handballspiel verkraftet. „Ich war sehr überrascht, wie schnell die gewohnte Emotionalität zurückgekehrt ist“, war sein erstes spontanes Fazit. Sein Team hingegen hatte da sicherlich mit noch ein paar mehr physischen Aspekten zu tun, war doch durch das lange Kontaktverbot auch einiges an Koordination und Timing im Zweikampf verloren gegangen.

Was der Außenseiter dann allerdings auf das Parkett der Pfullinger Kurt-App-Sporthalle brachte, konnte sich durchaus sehen lassen. Dabei fiel auf, dass der Gästecoach von Beginn an trotz der hochsommerlichen Temperaturen auf ein hohes Tempo drücken ließ. „Wir sind bis auf Sascha Marquardt und Christian Rau fit und ich habe einen breiten Kader“, hatte Fabian Gerstlauer keine allzu große Angst vor einem Kräfteverschleiß. Am Ende sollte er damit auch Recht behalten.

Zunächst einmal gingen aber die Pfullinger mit 1:0 in Führung. Dies sollte allerdings der einzige Vorsprung im ganzen Spiel bleiben. Mit einer äußerst flinken Abwehrarbeit wurden die Gastgeber schon früh vor Probleme gestellt. Es sollte sich im weiteren Spielverlauf zeigen, dass der VfL Pfullingen meist dann erfolgreich war, wenn sie ihre körperlichen Vorteile ins Spiel brachten.

Das 5:2 für die Gäste nach zehn Minuten war ein gelungener Start für die SG H2Ku, der für genügend Selbstvertrauen sorgte, um auch weiter voll in der Partie zu bleiben. Dabei gelang es auch im Angriff immer wieder, sowohl im Positionsspiel als auch im Gegenstoß, entscheidende Akzente zu setzen. Mit einem spielfreudigen Sandro Münch auf der Spielmacherposition liefen die Kombinationen äußerst flüssig. Und auch mit dessen Alternative, Neuzugang Frederik Todt, war Trainer Gerstlauer zufrieden. Das gleiche galt auch für Urs Bonhage. Der Linkshänder, der ebenso wie Todt von der HSG Böblingen/Sindelfingen ins Gäu kam, überzeugte gleich im ersten Spiel mit viel Zug zum Tor. Insgesamt stellte sich die rechte Angriffsseite mit Bonhage und Alexander Zürn als sehr effizient heraus. Zürn brauchte für seine insgesamt sieben Treffer dabei auch nur sieben Versuche. Das 15:13 zur Pause war dann auch ein Ergebnis, das den Spielverlauf recht gut widerspiegelte.

Leander Lämmle

Der zweite Abschnitt brachte für Fabian Gerstlauer zunächst die Erkenntnis, dass seine Spieler nun etwas mehr Mühe hatten, zum eigenen Torerfolg zu kommen. Der Vorjahreszweite der dritten Liga stand nun etwas kompakter in der Abwehr. Das 18:18 nach vierzig Minuten ließ das Spiel dann auch scheinbar in die erwartete Richtung laufen. Doch der klare Favorit tat sich weiterhin in der Offensive schwer. Zudem wartete auch Nicolas Rhotert im Tor der SG H2Ku Herrenberg mit einer grundsoliden Leistung auf. Für die restliche Spieldauer bedeutete dies, dass es bis zum Ende eng blieb. Und so kam auch in den letzten fünf Minuten sogar noch so etwas wie Punktspielatmosphäre auf dem Parkett auf, in der keine der Teams letztlich verlieren wollte.

Das 27:27 wollte Fabian Gerstlauer nach dem Schlusspfiff zwar nicht überbewertet wissen, für Selbstvertrauen hat es bei seiner Mannschaft aber allemal gesorgt.